Wohnungsbewertung & Wohnung verkaufen

Die Wohnungsbewertung – den Preis für eine Immobilie ermitteln

Eine Wohnungsbewertung wird durchgeführt, wenn der Preis einer Eigentumswohnung für den Verkauf ermittelt werden soll. Aber auch für die Klärung von Erbschaftsangelegenheiten ist eine Wohnungsbewertung wichtig. Darüber hinaus gibt es Eigentümer, die gern wissen möchten, was ihre Immobilie wert ist. Für die Wohnungsbewertung können verschiedene Verfahren zugrunde gelegt werden. Hier kommt es auf den Zweck der Wertermittlung an.

Verfahren für die Bewertung einer Wohnung

Für die Wohnungsbewertung gibt es drei Möglichkeiten, die am häufigsten Anwendung finden:

  1. Wohnungsbewertung durch einen Gutachter
  2. Wohnungsbewertung durch einen Makler
  3. Wohnungsbewertung online

Die Verfahren unterscheiden sich in ihrem Aufwand und in den Kosten. Grundsätzlich bringen alle Möglichkeiten sehr gute Ergebnisse. Dies gilt vor allem für die Wertermittlung vor einem Verkauf der Wohnung. Hier ist nicht vorgeschrieben, auf welche Weise die Wertermittlung erfolgen soll. Mitunter ist die Erstellung eines Gutachtens notwendig. Dies gilt beispielsweise für den Erbfall. Kommt es in Bezug auf den Wert der Wohnung zu Auseinandersetzungen, die vor einem Gericht ausgetragen werden, wird häufig ein Gutachten verlangt. Dies ist die teuerste, aber auch die differenzierteste Möglichkeit, eine Wohnungsbewertung durchzuführen.

1. Wohnungsbewertung durch einen Gutachter

Bei der Wohnungsbewertung durch einen Gutachter wird der Verkehrswert der Immobilie ermittelt. Hier handelt es sich um den Wert, den die Immobilie bei einem Verkauf auf dem freien Markt erzielt. Handelt es sich um eine Wohnung, ist die Ermittlung des Verkehrswertes einfacher als bei einem Haus mit Garten oder einem Mehrfamilienhaus. Dies wirkt sich bei der Wohnungsbewertung positiv auf die Kosten aus.

Ermittlung des Verkehrswertes

Im Gutachten wird der Verkehrswert für die Wohnung ermittelt. Der Verkehrswert bildet die Grundlage für den Verkauf der Wohnung. Er drückt aus, wie hoch der Preis für eine vergleichbare Wohnung in ähnlicher Lage ist. Die Erstellung des Gutachtens ist kostenpflichtig. Die Kosten trägt der Eigentümer der Wohnung.

So funktioniert die Wertermittlung der Wohnung durch den Gutachter:

Der Gutachter nimmt die Wohnung vor Ort in Augenschein. Er schaut sich die Ausstattung an und beurteilt den Zustand der Fenster und Türen. Einbauten in Küche und Bad wirken sich wertsteigernd aus. Der Zustand von Wänden und Fußböden, die Art der Heizung und der Wärmedämmung fließen ebenfalls in die Wertermittlung ein. Die Lage der Wohnung, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die weitere Infrastruktur sind ebenfalls Kriterien der Wohnungsbewertung durch den Gutachter.

Gericht kann Gutachten in Auftrag geben

Die Erstellung eines professionellen Gutachtens für die Bewertung der Wohnung ist notwendig, wenn das Gericht eine solche Bewertung anordnet. Für Erbauseinandersetzungen, eine Zwangsvollstreckung oder die Ermittlung des Verkehrswertes im Rahmen der Bedienung von Gläubigern reicht eine einfache Bewertung nicht aus. Das Gutachten wird durch einen Sachverständigen erstellt und hat somit vor Gericht Bestand. Die Wohnungsbewertung durch einen Makler oder eine Online-Bewertung reichen für gerichtliche Auseinandersetzungen nicht aus. Auch das Finanzamt kann ein Gutachten über eine Immobilie verlangen. Dies erfolgt in der Regel im Zusammenhang mit Steuerschulden. Ein Eigentümer kann das Gutachten aber auch ohne Vorliegen eines zwingenden Grundes in Auftrag geben.

Wann die Wohnungsbewertung durch einen Gutachter durchgeführt werden sollte:

  • Erbauseinandersetzungen
  • Zwangsvollstreckung
  • auf Anordnung des Finanzamtes (z.B. Vollstreckung wegen Steuerschulden)
  • Ermittlung von Betriebsvermögen
  • finanzielle Streitigkeiten im Zusammenhang mit einer Scheidung
  • rechtliche Auseinandersetzungen aus anderen Gründen
  • private Gründe

Wichtig zu wissen: Die Immobilienbewertung durch ein Gutachten kann von einem Gericht oder vom Finanzamt angeordnet werden. Der Eigentümer muss in diesem Fall die Kosten auch dann tragen, wenn er die Bewertung nicht in Auftrag gegeben hat.

2. Wohnungsbewertung durch einen Makler

Wohnungsbewertung Die Wohnungsbewertung durch einen Makler ist deutlich günstiger als ein Gutachten, das von einem Sachverständigkeiten erstellt wird. Die Möglichkeiten der Verwendung sind jedoch eingeschränkt. So akzeptiert das Gericht keine Bewertung des Wohnungswertes, wenn diese durch einen Makler durchgeführt wurde.

Wertermittlung für den Verkauf der Wohnung

Möchten Sie Ihre Wohnung verkaufen, ist es in Ihrem Interesse, einen marktüblichen Preis zu erzielen. Hierfür ist kein Gutachten notwendig. Die Ermittlung des Verkehrswertes durch einen Makler kann somit deutlich günstiger erfolgen.

So funktioniert die Wertermittlung der Wohnung durch den Makler:

Der Makler kann die Wertermittlung durchführen, indem er die Wohnung in Augenschein nimmt. Während einer Begehung schaut er sich die Ausstattung der Wohnung an. Er beurteilt die Lage, die Einbauten und die umliegende Infrastruktur. Im Gegensatz zu der Begehung durch den Gutachter fallen sachkundige Beurteilungen, beispielsweise der Bausubstanz des Hauses, weg.

Preise für umliegende Immobilien werden einbezogen

Der Makler bezieht die Preise der umliegenden Wohnungen in die Berechnung ein. So entsteht ein transparentes Exposé, das als Grundlage für den Verkauf der Wohnung herangezogen werden.

Wohnungsbewertung durch den Makler ist i.d.R. kostenpflichtig

Die Wohnungsbewertung durch den Makler ist eine Dienstleistung, die in der Regel kostenpflichtig ist. Die Gebühren können in Rechnung gestellt werden. In diesem Falle sind sie von dem Eigentümer zu tragen. Es gibt jedoch auch Makler, die keine separaten Gebühren berechnen, sondern die Kosten in die Courtage einfließen lassen.

Wann die Wohnungsbewertung durch einen Makler durchgeführt werden sollte:

  • beabsichtigter Verkauf der Wohnung
  • Interesse am tatsächlichen Verkehrswert
  • Ermittlung des eigenen Vermögens

Wichtig zu wissen: Die Wertermittlung durch den Makler bezahlt der Auftraggeber. Die kann auch ein potenzieller Käufer sein. Ist eine Begehung der Wohnung nicht möglich, kann die Bewertung auch nach dem Grundriss, nach der Lage und der Infrastruktur erfolgen.

3. Wohnungsbewertung einfach online

Die Online-Bewertung einer Wohnung ist die günstigste Methode für die Ermittlung des Verkehrswertes. Sie erfolgt auf Grundlage der Angaben, die vom Eigentümer oder vom potenziellen Käufer gemacht werden. Die Größe, die Lage und die Ausstattung der Wohnung fließen in die Bewertung mit ein. Die Wertermittlung hat keine rechtliche Relevanz. Sie bildet aber eine sehr gute Grundlage für die Ermittlung des Kaufpreises und gibt dem Wohnungseigentümer Auskunft über den Wert seines Immobilienvermögens.

So funktioniert die Online-Wertermittlung der Wohnung

Um die Wertermittlung online zu ermöglichen, beantworten Sie einen Fragebogen. Hier ist es wichtig, dass Sie detaillierte Angaben machen. Nehmen Sie den Grundriss der Wohnung oder frühere Gutachten zur Hilfe. Je detaillierter Ihre Angaben sind, desto genauer kann die Bewertung erfolgen.
Nach der Eingabe aller Daten bekommen Sie eine Auswertung. Diese können Sie für die Festlegung des Verkaufs- bzw. Kaufpreises nutzen.

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Wann die Wohnungsbewertung online durchgeführt werden sollte:

  • Ermittlung des Kaufpreises für eine Wohnung
  • Interesse am Wert der Wohnung
  • Ermittlung des eigenen Vermögens

Wichtig zu wissen: Die Online-Wertermittlung kann eine wichtige Orientierungshilfe für die Ermittlung des Kaufpreises bieten. Eine relevante Berechnung des Verkehrswertes enthält diese Form der Wertermittlung jedoch nicht.

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